»›Eigentlich denkt der Denkende gar nicht, sondern macht sich zum Schauplatz geistiger Erfahrung.‹ Das ist schwieriger, als die Formulierung Adornos erkennen läßt. Auch das Ich des Essayisten verzichtet nicht ohne weiteres auf sein Vorrecht des Denkens. Will der Essayist sich wirklich zum Schauplatz geistiger Erfahrung machen, so muß er sich selbst überlisten. Um das fertigzubringen, braucht er den Text des andern, der ihm Widerstand engegensetzt. Je fremder, abstoßender dieser für ihn ist, um so größer die Chance, an ihm eine Erfahrung zu machen. Die Kunst des Essayisten besteht darin, den fremden Text stark zu machen, bis das eigene Wissen schließlich nachgibt.«
Peter Bürger, Das Denken des Herrn. Bataille zwischen Hegel und dem Surrealismus, Frankfurt am Main 1992.

(Source: edwardnortonamstrand)

(Reblogged from universalestate)

Aha, ein seltener Schnappschuss von unserem Bademeister. Eine regelrechte Fügung, dass mir das hier so schnell vor die Flinte kommt. Am Institut trägt man diesen Sommer übrigens: stets zwei Badekappen übereinander (Profilaxe ist alles), dritte Zähne, mehrreihig und diese total irre Brille. Da kann das alte Modell glatt einpacken.

(Source: theshinyboogie)

(Reblogged from noxe)

Helen Levitt, New York, 1988.

(Source: borntoulouse)

(Reblogged from noxe)

Speed of light V.

(Reblogged from anormaux)

Agnes Denes, The Human Argument, 1974.

(Reblogged from mythologyofblue)

Warren Zevon, Don’t Let Us Get Sick, Life’ll Kill Ya, 1999.

Till Gathmann, >.

(Reblogged from noxe)

Ganz wundervoll: Spartenfernsehen, drugged.

noxe:

Der Amerikaner Micah Albert fotografierte diese Müllsucherin in Nairobi. Sie sagte, sie wünsche sich, mehr Zeit für die Bücher zu haben, die sie täglich finde.  |  © Micah Albert, USA/Redux Images

(Reblogged from noxe)
»In meiner Utopie würde man Solidarität nicht als ein Faktum verstehen, das erst durch das Ausräumen von ›Vorurteilen‹ oder durch den Vorstoß in vorher verborgene Tiefen erkennbar wird, sondern als ein anzustrebendes Ziel. Es ist nicht durch Untersuchung, sondern durch Einbildungskraft erreichbar, durch die Fähigkeit, fremde Menschen als Leidensgenossen zu sehen. Solidarität wird nicht entdeckt, sondern geschaffen. Sie wird dadurch geschaffen, daß wir unsere Sensibilität für die besonderen Einzelheiten des Schmerzes und der Demütigung anderer, uns nicht vertrauter Menschen steigern. Diese gesteigerte Sensibilität macht es schwieriger, Menschen, die von uns verschieden sind, an den Rand unseres Bewußtseins zu drängen, indem wir denken: ›Sie empfinden nicht so wie wir‹, oder: ›Leiden muß es immer geben, warum sollen nicht sie leiden?‹ Der Prozeß, in dessen Verlauf wir allmählich andere Menschen als ›einen von uns‹ sehen statt als ›jene‹, hängt ab von der Genauigkeit, mit der beschrieben wird, wie fremde Menschen sind, und neubeschrieben, wie wir sind. Das ist eine Aufgabe nicht für Theorie, sondern für Sparten wie Ethnographie, Zeitungsberichte, Comic-Hefte, Dokumentarstücke und vor allem Romane. Bücher wie die von Dickens […] Henry James oder Nabokov zum Beispiel zeigen uns im Detail die Art von Grausamkeit, deren wir selbst fähig sind, und bringen uns auf diese Weise dazu, uns selbst neuzubeschreiben. Das ist der Grund, warum Roman, Kino und Fernsehen langsam aber sicher Predigt und Abhandlung in der Rolle der Hauptvehikel moralischer Veränderungen und Fortschritte abgelöst haben.«

»In meiner Utopie würde man Solidarität nicht als ein Faktum verstehen, das erst durch das Ausräumen von ›Vorurteilen‹ oder durch den Vorstoß in vorher verborgene Tiefen erkennbar wird, sondern als ein anzustrebendes Ziel. Es ist nicht durch Untersuchung, sondern durch Einbildungskraft erreichbar, durch die Fähigkeit, fremde Menschen als Leidensgenossen zu sehen. Solidarität wird nicht entdeckt, sondern geschaffen. Sie wird dadurch geschaffen, daß wir unsere Sensibilität für die besonderen Einzelheiten des Schmerzes und der Demütigung anderer, uns nicht vertrauter Menschen steigern. Diese gesteigerte Sensibilität macht es schwieriger, Menschen, die von uns verschieden sind, an den Rand unseres Bewußtseins zu drängen, indem wir denken: ›Sie empfinden nicht so wie wir‹, oder: ›Leiden muß es immer geben, warum sollen nicht sie leiden?‹ Der Prozeß, in dessen Verlauf wir allmählich andere Menschen als ›einen von uns‹ sehen statt als ›jene‹, hängt ab von der Genauigkeit, mit der beschrieben wird, wie fremde Menschen sind, und neubeschrieben, wie wir sind. Das ist eine Aufgabe nicht für Theorie, sondern für Sparten wie Ethnographie, Zeitungsberichte, Comic-Hefte, Dokumentarstücke und vor allem Romane. Bücher wie die von Dickens […] Henry James oder Nabokov zum Beispiel zeigen uns im Detail die Art von Grausamkeit, deren wir selbst fähig sind, und bringen uns auf diese Weise dazu, uns selbst neuzubeschreiben. Das ist der Grund, warum Roman, Kino und Fernsehen langsam aber sicher Predigt und Abhandlung in der Rolle der Hauptvehikel moralischer Veränderungen und Fortschritte abgelöst haben.«